Gesing_Rohrer_Meyer: Nice live concert review of swiss Journalist Arno Oehri

GESING – ROHRER – MEYER
hier ein Artikel von Arno Oehri für die Liechtensteiner Zeitung über das Konzert im Jazzclub TANGENTE am 25.11.2016

Lob der Freiheit

Die Tangente Jazztage und auch die Jazzsaison 2016 gingen am Freitagabend mit dem fulminanten Konzert des Trios Gesing – Meyer – Rohrer im Unterländer Jazzclub Tangente in Eschen zu Ende.

Auf die Frage nach dem freien Willen antwortete der Hirnforscher Felix Hasler einmal in einem Interview: “Was heisst denn frei? Frei wovon?” Auf einen musikalischen Kontext übertragen, zum Beispiel auf die Frage nach der freien Improvisation, könnte man also ebenso gut fragen: Was heisst freie Improvisation? Frei wovon? Frei von einer Notation? Frei von Komposition? Unter vielen Musikhörern ist die freie Improvisation nach wie vor ein Schreckgespenst der Jazzgeschichte, als der Free Jazz sich vor allem von harmonischen und rhythmischen Bindungen befreite und sein Glück in einer Art von losgelöster Leg-einfach-los Attitüde versuchte. Das hat zwar hin und wieder auch zu grossartigen Jazzerlebnissen geführt, war aber oft genug auch einfach ein pur energetisches Ereignis, das mit Musik nicht zwingend allzuviel am Hut hatte. Vor allem dann, wenn es sich schon fast dogmatisch darum handelte, auf ja keinen Fall eine Harmonie oder einen Groove aufkommen zu lassen. Also wenn es sich vorwiegend um eine Vermeidungsstrategie handelte und nicht um ein Konzept, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Von solch einer Auffassung von freier Improvisation ist das Trio Gesing-Meyer-Rohrer himmelweit entfernt. Gott sei Dank.
Offene Ohren
Klaus Gesing an der Bassklarinette und am Sopransaxofon, Björn Meyer am 7-saitigen elektrischen Bass und Samuel Rohrer am Schlagzeug verstehen ihre Art von freier Improvisation als ein Akt des intensiven gemeinsamen Musizierens unter Berücksichtigung der gemeinsamen Leidenschaften und Vorlieben der Mitmusiker. Frei wovon? Frei von jeglicher Art von Dogma oder Puritanismus, frei von Vermeidungsstrategien und frei von Berührungsängsten mit anderen Musikstilen. Klingt es mal wie ein Folksong, dann klingt es eben wie ein Folksong. Klingt es wie neue klassische Musik, dann halt wie neue klassische Musik, hört man plötzlich eine Melodielinie, die an Nino Rotas Musik für die Fellini Filme erinnert, dann ist das eben ein Teil der Musik, die gerade hier und jetzt entsteht und die auf dem Humus all der bereits dagewesenen Musik wächst. Denn was es so oder so nicht gibt, ist eine völlige und absolute Freiheit. Es gibt immer Bedingungen und sei es die Stille, aus der der Klang erwächst. Und so musizieren die drei Protagonisten der zeitgenössischen freien Improvisation mit aller Lust am freien Klingen drauf los und zelebrieren dabei eine Haltung, die sie sich für ihr gemeinsames Tun herausbedingt haben: Grösstmögliche Wachheit und offene Ohren dafür, was die anderen gerade tun. Und das Seine dann dazu geben.
Weite Räume
Dass keine Beliebigkeit dabei entsteht, dafür sorgt die ganz herausragende Qualität und Erfahrung als Musiker, die jeder der drei mit in die Band bringt. Und so geht ihre musikalische Energie auch nicht in der reichlichen Elektronik verloren, die sich alle drei in Kombination mit ihren Instrumenten gestatten. Die Elektronik weitet die Räume, schafft technoide Atmosphären, aus denen sich allmählich wieder ein zwingender Groove herausschält. Einmal so richtig wegdriften? Warum nicht. Dann in ekstatischem Drive die Sache wieder auf den Boden holen? Oh ja! Das Spektrum ist weit und gross und voller Freude an den Soundideen, welche die anderen in das musikalische Gefüge einbringen. Und taucht eine Komposition mitten in der freien Klanglandschaft auf, dann hat auch diese Platz. Gesing-Meyer-Rohrer spielen ohne Ansagen und ohne eigentliche Pausen ein ganzes Set hindurch. Ein Hochgenuss und wieder einmal ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis in der an Highlights reichen Geschichte der Tangente. Wie schön, wenn drei grossartige Musiker so aus dem Vollen schöpfen können und man als Publikum dabei sein darf! (aoe)

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